150-Jahre GV "Konkordia" Gochsheim

Ein wahrhaft bunter Abend,rund und schön 

Nach dem Festakt im kleinen Kreis startete Konkordia Gochsheim den Samstagabend mit einem bunten Programm, wie es musikalisch bunter kaum sein kann. Die Liedvorträge reichten von mittelalterlicher Musik über Stücke aus der Gründungszeit des Vereins, über die Weimarer Republik bis zu zeitgenössischen Komponisten wie Carsten Gerlitz.

Den musikalischen Reigen eröffnete der gemischte Chor des Geburtstagskindes, verstärkt durch seinen Projektchor „Flash“ unter der Leitung von Ute Antoni.

Sodann präsentierte der gemischte Chor allein unter der Leitung von Theo Osswald seine musikalische Zeitreise, um zum Schluss wieder gemeinsam mit „Flash“ und dem Lied Samba lelé dem Publikum mit südamerikanischen Rhythmen eines brasilianischen Kinderliedes einzuheizen. Theo Osswald, der für den erkrankten Martin Schirrmeister eingesprungen war, meinte später: „Es war ganz leicht seinen Chor zu dirigieren. Ich musste mich nur hinstellen und ein bisschen herumfuchteln. Den Rest haben sie, bestens
vorbereitet, ganz allein gemacht.“

„Salto Vocale“ Menzingen unter der Leitung von Dagmar Appenzeller spannte den musikalischen Bogen von den 60er Jahren bis in das 21. Jahrhundert mit populären Songs, was das Publikum mit viel Beifall honorierte.

 Danach kündigte Barbara Schwarz-Emmerich, die durch das Festprogramm führte, einen noch älteren Verein, den Gesangverein „Liederkranz“ Pfaffenhofen e.V. 1850 an. Dieser Verein studiert – neben seinen kulturellen Aufgaben n der Gemeinde – jedes Jahr eine Operett e ein. Unter der Leitung des wahren Energiebündels Nelli Holzki sangen und spielten sie Melodien aus dem Singspiel nach Ralph Benatzky „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“. Wer kennt sie nicht, den Zahlkellner Leopold Brandmeyer, die hübsche Wirtin Josepha Vogelhuber oder den „schönen“ Sigismund Sulzheimer. In den passenden Kostümen zeigten sie, dass sie nicht nur Sänger, sondern alle auch Schauspieler sind. Und am Ende hielt es niemand auf den Sitz en. Standing Ovations, nicht enden wollender Beifall und Zugaberufe zeigten überdeutlich, was dem Publikum gefiel.

Doch zu Musik und Schauspiel brachte der Heimat- und Trachtenverein aus Gochsheim Unterfranken nun den Tanz auf die Bühne. In original unterfränkischen Trachten tanzten sie temperamentvoll Volkstänze aus Franken. Doch sie waren nicht allein gekommen. Mit in ihrem Bus fand sich Wolfgang Widmaier, Bürgermeister aus Gochsheim. Er ließ es sich nicht nehmen, neben den Glückwünschen die 40-jährige Freundschaft der beiden Orte hervorzuheben. So hatten zuletz t zur 1200-Jahr-Feier allein 148 Personen aus Gochsheim teilgenommen. Seit drei Jahren schon reisen Kraichtal - Gochsheimer zum bekannten Gochsheimer Erntedankfest, welches inzwischen viele Zuschauer nach Unterfranken lockt. Widmaier hofft, dass daraus eine feste Tradition wird und betont, dass sich in den 40 Jahren auch zahlreiche private Kontakte, Freundschaften und sogar eine Ehe entwickelt haben. Eine wunderbare Städtefreundschaft.

„Es regnet Männer“, aber nicht nur Frauenherzen beginnen zu pochen, wenn „Just for Fun“ Oberacker mit diesem Lied der weltberühmten Weather Girls „It’s raining men“ seinen musikalischen Beitrag unter der Leitung von Ulrich Brückmann eröff net. Der noch junge (im Vergleich zum Jubilar) Projektchor des Gesangvereins „Frohsinn“ aus Oberacker traf mit seinem Beach-Boys-Medley „Surfi n‘ USA“ den Publikumsgeschmack und kräftiger Beifall dankte es ihnen.

Als letzte Gruppe sang sich „Flash“, der Projektchor des Gesangvereins Konkordia mit einem Beatles-Medley „All you need is love“ unter der Leitung und dem Arrangement von Ute Antoni in die Herzen der Gäste. Die weltbekannten "Pilzköpfe" aus Liverpool begeistern seit 50 Jahren mit unsterblichen Melodien wie "Penny Lane", "Lady Madonna" oder "Hey Jude". Ein schlichtes Outfit der 60er, ganz brav und mit passenden Frisuren ergänzte eine flüssige, dem jeweiligen Song angepasste Choreographie. Das alles ging nahtlos von Lied zu Lied ineinander über und bot dem Zuschauer ein gefälliges Bild. Am Ende hatte auch das Publikum die Arme oben und wiegte sich zu den zauberhaften Klängen. Auch hier verdiente Standing Ovations und „Zugabe, Zugabe-Rufe“.

Rundherum ein gelungener Festabend und man kann zur Beschreibung durchaus nach Superlativen suchen. Elvira Petri bringt es am besten auf den Punkt: „Es war rundherum einfach nur schön“. Am Sonntag ging nach einem Festgottesdienst und einem Freundschaftssingen mit den Gesangvereinen aus Bauerbach, Unteröwisheim, Kürnbach, Zaisenhausen und Neuthard eine gelungene 150-Jahr-Feier zu Ende.