Sie singen wieder ...

Sie singen wieder ....

*Außergewöhnliche Zeiten beflügeln außerordentliche Ideen*


Corona hat nicht nur die Welt im Großen sondern auch die Vereinsaktivitäten im Kleinen stark verändert. Singen war von heute auf morgen ein No-Go. Ausgerechnet Singen, das so viel Freude in unseren Alltag bringt. Von der
Natur gelernt, von den Vögeln verfeinert, vom Menschen in Kunst verwandelt. Ob in der Kirche oder in den Chören, Singen war auf einmal tabu.
Ob richtig oder falsch, steht hier nicht zur Debatte. Tatsache ist, dass die letzte Chorprobe von FLASH Konkordia Gochsheim mit seinem Projektchor „Sound of Silence“ am 13. März stattfand. Nach anstrengender Probenarbeit tun zwei, drei Wochen Pause sicherlich gut. Irgendwann kommt aber jeder Sänger an den Punkt, an welchem er die Freude am gemeinsamen Singen vermisst.
Wie viele andere Chorleiter hat sich auch Ute Antoni viel Mühe gemacht, Stimmen einzeln eingesungen und diese an die Sängerinnen und Sänger verschickt, damit in den eigenen vier Wänden geprobt werden kann.
Sicherlich lässt sich damit das Verlangen an Gesang und Glückshormonen eine Zeitlang überbrücken, aber irgendwann kommt das drängende Bedürfnis nach Chorerlebnis. Einhaltung riesiger Mindestabstände und Minigruppen hinderten die Aktiven nicht, sich hin und wieder im Freien zu treffen, um über die Durststrecke zu kommen. Mit neuen Forschungsergebnissen stellte man fest, dass Sänger doch nicht so viel Luft um sich aufwirbeln wie ursprünglich angenommen. Die Abstände konnten kleiner und die Anzahl der Singenden größer werden. Zudem bietet sich das herrliche Sommerwetter regelrecht für eine Probe im Freien an. Klar ist das Singen im Freien schwerer, zumal mit den immer noch einzuhaltenden Mindestabständen, aber es fordert auch den einzelnen Sänger dazu auf sich auf sich selbst und nicht die sichere Stimme des Nachbarn zu verlassen. Am vergangenen Freitag war es dann nach 15 Wochen Abstinenz soweit. Nachdem mit den Behörden die rechtliche Seite durch die Vorstandschaft geklärt wurde, fand die erste gemeinsame Singstunde von FLASH mit seinem Projektchor auf dem vereinseigenen Wiesengrundstück statt.
Auch mit Abstand war die Wiedersehensfreude groß, die Umarmung erfolgte gedanklich und mit einem Lächeln. Der Chorgesang wurde durch den Gesang der Vögel untermalt und die auf dem Nachbargrundstück weidenden Schafe hörten aufmerksam zu. In den nächsten Wochen hat Chorleiterin Ute Antoni Stimmproben geplant, erst im Freien und falls das Wetter schlecht wird, ist auch der große Saal des Bürgerhauses wieder für 20 Personen nutzbar. So können die Stimmen immer wieder neu durchgemischt werden bis dann hoffentlich bald neue Lockerungen kommen. Die Sommerpause fällt in diesem Jahr flach, die Sängerinnen und Sänger hatten lange genug darauf warten müssen, bis sie ihr Lebenselixier Chorgesang wieder ausüben durften.